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Die Ausbildung 
Hier möchte Ich dem interessierten Leser ein paar Einblicke in die komplexe Ausbildung eines Gebrauchshundes gewähren. Für die Aneignung tiefgreifenderen Wissens bitte ich auf die einschlägigen Internetangebote zurückzugreifen (x-mechelaars.de; working-dog-center; knutfuchs.de und weitere...).
Ein paar Grundsätze vorweg:
* Eine konsequente Hand ist wie ein roter Faden in der Ausbildung und Führung eines Arbeitshundes zu sehen. Klingt komisch, ist aber so. Der Hund dankt eine ruhige sichere Führung durch Leistung und Treue.
* Der Hund muss Verständnis für Tadel und Zwang haben. Dass bedingt, dass er die Aufgabe zuvor gelernt/verknüpft hat. Versteht er nicht, warum eingewirkt wird, steht er unter negativem Stress und kann nicht lernen/verknüpfen.
* Positiver wie negativer Stress (Di-, und Eu-Stress) behindern den Lernerfolg.
* Emotionen haben am Hund nichts zu suchen. Ist man schlecht drauf, sollte man die Ausbildung verschieben. Ein Hund kann immer nur so sicher agieren, wie sein Hundeführer.
* Dominanz hat nichts mit Brüllen zu tun, sondern mit Erhabenheit, Sicherheit und Ruhe. Brüllen ist Unsicherheit.
* Scheint der Hund es nicht zu raffen, dann war der Hundeführer bislang nicht in der Lage, es dem Hund verständlich beizubringen!
* Es bedarf bis zu 100 Wiederholungen einer Übung, bis sie wirklich sitzt und abrufbar ist.
* Der Hund braucht zunächst klare Bilder. Erst die darauffolgende Generalisierung des Erlernten lässt den Hund in allmöglichen Lagen sauber arbeiten.
Umweltarbeit und Grundgehorsam
Basis aller Ausbildung ist eine gut organisierte Aufzucht mit guter Umweltarbeit und dem nötigen Grundgehorsam. Dass heisst, der junge Hund lernt früh alle Böden, Untergründen, Höhen und Tiefen, Geräusche (Zug, Schuß, Flugzeug, Donner,...), Fortbewegungsmittel etc kennen, denen er im späteren Dienst begegnen könnte. Dazu kommt die schon frühe einfühlsame Konditionierung der Grundkommandos (Hörzeichen Sitz, Legen, Platz, Steh, Fuß, Aus, Nimm, Pack...je nach Belieben)
Gehorsam übt man beim Welpen und Junghund am besten beim täglichen Alltagsgeschäft wie zum Beispiel Auslauf, Füttern etc. Hier kann man sich unterschiedlicher Mittel bedienen, je nach dem wie der Hund und der Hundeführer gelagert sind.
Darunter fallen z.B.: * die Klickermethode, *Belohnung durch Spiel (Bällchenmethode, Bringsel) oder Lecker, *Belohnung durch Streicheleinheit in Form von Tätscheln (Loben).
So bringt man dem Kleinen schon Sitz, Platz und Fuß, etc bei, ohne dass er Zwang erfährt- spielerisch.
Nasenarbeit 
Schon spielerisch beginnt man auch schon beim Welpen mit der Fährtenarbeit. Dabei lernt der Hund, die Bodenverletzung in Verbindung mit einem bestimmten Geruchsmolekül zu suchen. Anfangs macht man das mit Futter oder einem Spieler.
Fortgeschritten lernt der Hund, Gegenstände auf der Fährte durch "Platz" anzuzeigen.
Die aktuellen Diensthunde müssen nun im "Maintrailing light" ausgebildet werden. Hierbei lernt der Hund nur den Geruchsmolekülen einer Person zu folgen. Diese können sich in der Luft, auf dem Boden und in Verwehungen befinden. Da ich diesbezüglich nicht beschult bin, kann ich da auch keine näheren Angaben zu machen.
Der Welpe und Junghund wird zunächst in allen Bereichen mit kleinen, kurzen Aufgaben gearbeitet. Erst langsam wird die Dauer und Intensität gesteigert. Erst wenn eine Übung, an einer Stelle und mit einer Person sicher ist, wird die Übung verändert, der Ort gewechselt und die Person ausgetauscht. So generalisiert man allmählich das Erlernte.
In der Stöberarbeit lernt der junge Hund zunächst spielerisch, sein Spielzeug zu suchen, indem der Hundeführer es wie im Spiel wegwirft. Erst ein paar Meter, dann weiter weg. Bis es im Gebüsch versteckt liegt und der Hund länger suchen muss. Nach einiger Zeit täuscht der Hundeführer vor, das Spielbringsel zu verstecken, und legt normale Gegenstände aus. Erreicht der Hund diesen Gegenstand, wird er mit einem Hörzeichen ins Platz gerufen und sofort bestätigt.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Klickermethode hier. Der Hund lernt nach der Konditionierung auf den Klicker, zunächst, den Gegenstand in der Hand des Hundeführers zu berüheren. Danach den Gegenstand am Fuße des Hundeführers, ein paar Meter entfernt. Die Distanzen erweitern sich, bis der Hund den Gegenstand suchen muss. Dabei muss das Platz am Gegenstand mit in die Übung eingebracht werden.
Allmählich wird auch hier die Bandbreite der Gegenstände ausgeweitet, bis dem Hund schnell egal ist, um welchen Gegenstand es sich handelt. Hauptsache, es haften frische, menschliche Moleküle an ihm. Das führt dazu, dass er mitunter auch Gegenstände im Stöberfeld anzeigt, welche nicht der Hundeführer bewusst, sondern vielleicht zuvor ein Spaziergänger dort hat fallen lassen. Der Hund hat somit aber alles richtig gemacht.
Schutzdienst
Im Schutzdienst wird der Welpe meißt zweigeteilt ausgebildet.
Mit Läppchen wird der Beutetrieb gefördert. Der Hund wird angehetzt und darf dann in ein Beutestück beissen. Später in den Junghundarm, den Vollschutz und den Juteärmel. Erst an der Leine, dem Hetzpfahl, später auf kurze und längere Distanzen an langer Leine.
Des weiteren wird der Hund im Verbellen ausgebildet. Bedient man sich der Klicker oder Bällchenarbeit, kann das schon parallel geschehen, da hier Spiel und Beute abgefragt werden. Diese Methoden dienen nur, dem Hund die Spielregeln beizubringen.
Der Hund lernt, die Person zu Verbellen, die das Spielzeug hat. Bis später das Spielzeug nur noch sporadisch als Belohnung eingesetzt wird. Bald wird das Verbellen auf weitere, beliebige Personen ausgeweitet und größere Suchlagen in Gelände und Gebäude werden hinzugenommen.
Nach einiger Zeit kommt für den jungen Polizeidiensthund die Stoßkorbarbeit hinzu. Er muss lernen, mit dem Korb ebenso zu stellen, zu verbellen, zu stoßen und zu fixieren.
Der Gehorsam ist der Grundstein des Schutzdienstes. Schnell zeigt sich, wie gut der Hund im Gehorsam ausgebildet wurde.
Erst wenn die Grundausbildung abgeschlossen ist, wird der Diensthund allmählich an die Reallagen wie Fußballspiele, Demonstrationen, Schlägereien etc gezielt herangeführt.
Dies ist nur ein kleiner Auszug aus der sehr komplexen Aufbauarbeit eines Schutzhundes.


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