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Der Schutzhund
Als Schutzhund bezeichnet man einen Gebrauchshund, unabhängig von seiner Rasse, der eine Schutzhundausbildung absolviert und eine Prüfung abgelegt hat. Zunächst einmal basiert die sportliche Schutzhundarbeit auf reiner Beutearbeit, welche gleichzusetzen ist mit der Arbeit mit dem Spielbringel oder dem Ball. Aggressionen haben hier zunächst nichts zu suchen. Auch hat diese Arbeit nichts mit "scharfmachen" zu tun, was leider immer noch landläufig angenommen und verbreitet wird.
Ein Schutzhund der Polizei hingegen ist von dem sportlichen Schutzhund klar zu unterscheiden, weil er zivil und im Wehrbereich gearbeitet wird. Daß heisst, er arbeitet auch an Figuranten/ bzw Tätern ohne Ärmel und bekämpft diese mit der nötigen Ernsthaftigkeit.
Ein nach deutschen Regeln vernünftig gearbeiteter Sporthund hingegen wird in vernünftigerweise nicht an dem zivilen Helfer arbeiten, weil ihm der Beutereiz "Ärmel" fehlt.
In Holland und Belgien sind die Grenzen dahingehend fließender. Dort werden viele Hunde nach verschiedenen Prüfungsrichtlinien ausgebildet, die damit dann auch Dienst bei der Polizei oder Bundeswehr versehen.
Die Rasse spielt eine untergeordnete Rolle. Aber es haben sich über lange Zeit eine Hand voll Gebrauchshunderassen herauskristallisiert, welche sich im besonderen Maße für die Arbeit eignen. Darunter fallen der Deutsche Schäferhund, der Belgische Schäferhund "Malinois", der Hollandse Herder und vereinzelt auch noch Boxer, Rottweiler, Riesenschnautzer.
In Holland und Belgien werden sogenannte X-Mechelaars und Mechelse Herder gezüchtet.
Schutzhunde der Polizei in Deutschland müssen einmal im Jahr ihre Qualifikation durch eine Prüfung nachweisen, um ihre Einsatzfähigkeit zu erhalten.
Die Disziplinen sind dabei
die Nasenarbeit mit Stöbern nach Gegenständen und Fährte/ bzw Maintrailer light,
die Unterordnung (Gehorsam)
und der Schutzdienst.
Der Schutzdienst in Ausbildung und Prüfung unterteilt sich in Korbarbeit und ziviler Arbeit. Hier muss der Hund sowohl ein Waldstück oder ein Gelände nach einer Person absuchen, als auch ein Gebäude nach einer Person durchstöbern und diese durch Stellen und Verbellen anzeigen und dingfest machen. Der Polizeidiensthund muß am Täter selbst entscheiden, ob der Täter steht und er somit verbellen muss, oder ob der Täter sich bewegt und der Hund beissen darf.
Er muss einen Überfall auf seinen Hundeführer abwehren und während der Durchsuchung und Festnahme den Täter beobachten und fixieren, sowie den Täter beim anschließenden Transport sichern.
Weiterhin muss er einen fliehenden Täter durch Nacheile und Kampf stoppen und bis zum Eintreffen des Hundeführers fixieren.
Im täglichen Dienst wird der Diensthund dann darüberhinaus mit Schlägereien, gewalttätigen Menschen bei Stadioneinsätzen und Demonstrationen konfrontiert. Er lernt mit der Zeit ein Gefühl für die Brisanz der Lage zu bekommen und lässt sich von seinem Hundeführer leicht "anstellen". Das bedeutet, er ist bei Bedarf schnell im Schutz,- und Wehrtrieb.
Ein klarer, sicherer Diensthund ist dem Fremden gegenüber neutral. Erst, wenn eine Situation angespannt oder aggressiv wird, oder vom Hundeführer gefordert wird, zeigt der Diensthund aggressives Verhalten. Gleichwohl gibt es viele Diensthunde, welche sich nicht von Fremden anfassen lassen. Und das ist auch gut so.
Bei allen "Einsatzlagen" muss der hochmotivierte Diensthund führbar und gehorsam sein. Da stellt hohe Anforderungen an die ständige Ausbildung durch den Hundeführer.
Nur ein führbarer Hund kann an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit verlässlich und sicher eingesetzt werden. Das Motto lautet: Zu viel und unkanalisierter Trieb macht blöd.
Mein alter Diensthund Baksik (Belgischer Schäferhund) war ein Schutzhund und mit seinem vorherigen Hundeführer auch Rauschgifthund. Der Rauschgifthund ist eine Spezialisierung eines Schutzhundes.
Er wurde von der Polizeilandeszucht in Stukenbrock gezüchtet. Seine Eltern waren beide Diensthunde der Polizei. Baksik ist nunmehr 11 Jahre alt und genießt seinen Ruhestand.
Wobei er immer noch gern gefordert wird. Aber seine alten Knochen verlangen von ihm Ruhe.
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